| |
 Alfred Hrdlicka, Hommage à Qualtinger, 1986, Bronze nach Ton, 17 x 14 x 19 cm, Al 58+10,
Guß: Alfred Zöttl, Wien | | |
Eine Auswahl zum 75.
Die GALERIE ERNST HILGER zeigt anlässlich des 75. Geburtstags Alfred Hrdlickas ausgewählte Werke zum Thema Portraitkunst. Ausgestellt werden zahlreiche Kleinbronzen aus diversen Zyklen wie „Schubert" oder „Wagner" sowie Grosskulpturen wie etwa das Portrait des „Giordano Brunos". Die Schau wird durch eine umfassende Präsentation an grafischen Arbeiten wie Radierungen („Pasolini Zyklus") und Lithografien, sowie mittelformatige Tusche- und Kreidezeichnungen - speziell aus den 70iger Jahren - vervollständigt. Arbeiten, welche größtenteils als Studien- oder Begleitblätter zu Serien bezeichnet werden, trotzdem von eigenständigen hohem künstlerischen Wert sind.
Das Willy-Brandt-Haus Berlin veranstaltet zeitgleich eine Schau „Alfred Hrdlicka – Zum 75. Geburtstag".
Zur Ausstellung entsteht ein Katalogbuch. Auszüge aus dem Katalogtext von Paul Kruntorad, „Lieber Alfred, ..."
„ ... „Alle Kunst kommt vom Fleisch". In einem Gespräch hast Du das 1994 so formuliert, „ohne Menschenbild ist die Kunst eigentlich nur Dekoration, oder Unterhaltung ... Kunst, die nicht direkt mit den menschlichen Problemen, mit Politik, mit Religion, mit Psychiatrie zu tun hat, um nur einige Gebiete zu nennen, mit denen ich mich befaßt habe, ist keine." Dich als „kritischen Realisten" zu bezeichnen, wäre handlich und nicht einmal sehr falsch. Die Kritik, zur Polemik zugespitzt, ist schließlich nicht zu übersehen. In der langen Geschichte der europäischen Kunst waren Ideen das Thema der Kunst, das Bildprogramm war durch Ideologien vorgegeben. Davon handeln auch die großen graphischen Zyklen – „Randolectil" als Auseinandersetzung mit der Psychiatrie und deren Behauptung, es gäbe so etwas wie ‚normales' menschliches Verhalten, „Roll over Mondrian" als Satire auf die abstrakte Kunst als Gesellschaftsspiel, immer wieder säkularisierte Versionen des mittelalterlichen Totentanzes, Entlarvungen von Mythen. Dein Blick, meine ich, ist nicht auf die Wirklichkeit gerichtet, die einer Konvention des Sehens entspricht, sondern hinter den Vorhang, mit dem die gesellschaftlichen Konvention verhüllt, was in den sozialen Strukturen dominiert – Sexualität und Gewalt. Deine Skulpturen – Kopf und Torso, Portraitbüste und Figur, in der „taille directe" aus dem Stein herausgeschält – verweisen immer auch auf die Arbeit, sind dezitiert antiklassizistisch, ... „Realistisch sind nicht die Skulpturen selbst, sondern Deine Sichtweise, in dem Sinn, in dem Freud und Ernst Mach Realisten waren." ... „Zu Deinem Geburtstag wünscht Dir Alles Gute Dein Paul Kruntorad" |