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Einzelausstellung: Antonio Olaio - "The Prospettiva" / Basement (vorbei)

28 Mai 2009 bis 15 September 2009
  Antonio Olaio -
Antonio Olaio
 
www.galerie-mam.com MAM Mario Mauroner Contemporary Art

MAM Mario Mauroner Contemporary Art
Weihburggasse 26
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-1-904 2004
www.galerie-mam.com


António OLAIOs mit reichlich hintergründigem Esprit und ironischem Humor gewürzte künstlerische Vielseitigkeit findet ihr Medium in Texten, Videos, Performances und nicht zuletzt Gemälden. In seinen Bildwerken schafft er durch Kombination von alltäglich Divergentem und verfremdender Farbverwendung eine surreale Bildwirklichkeit.

"room with a view" etwa bezieht den umliegenden Raum in seine Realität mit ein: die Bildinhalte machen deutlich, dass sich der Betrachter in dem von OLAIO für ihn erschaffenen Raum befindet und die Aussicht auf eine (vermeintliche?) Bergidylle genießen darf. Der Standort des Zuschauerakteurs wird damit zur virtuellen Bühne und bietet Platz für seine Assoziationen; über diese Erweiterung seiner Realität dehnt sich das simultane Bild über Zeit und Raum aus und bekommt performativen Charakter. Besonders intelligent wird in diesem Werk die von Alberti, dem ersten ernsthaften nachantiken Kunsttheoretiker, eingeführte Metapher des Gemäldes als Fenster aufgenommen: Das Bildfenster mit seiner werkimmanenten Realität birgt einen zusätzlichen Ausblick, der die Raum- und Wirklichkeitsverhältnisse irritiert. Das Werk "looking at charly" erinnert an die Kinotechnik des Close-Up. Die manchmal abstoßend wirkende, besonders starke Erzeugung von Intimität, wird im italian shot durch eine extreme Vergrößerung einzelner Körperpartien erreicht. Wie auch in der genannten Kinotechnik intendiert, kann durch die extreme Nahsichtigkeit ein Raum für Empathie eröffnet werden: Wer ist Charly und wie steht dieses Auge in Beziehung zu ihm? Fragen, die das innere Erleben des Betrachters aktivieren und in den Bann ziehen. Während "room with a view" sich in den realen Raum ausdehnt, scheint uns "looking at charly" in seine Realität sogartig hinein zu ziehen. In beiden Werken wird deutlich, dass OLAIOs Gemälde erst in der Interaktion mit dem Betrachter Vollendung finden. Außerdem stellen sie die erkenntnistheoretische Frage, wie unsere Sicht auf die Welt durch unseren Blickwinkel kodiert sein kann. Kunstspartenübergreifend jedenfalls ist Antonio OLAIO eine besondere Ausdrucksmodalität zueigen: er verzichtet auf eine komplizierte Symbolik- dies trennt ihn vor allem, neben einigen formalen Ähnlichkeiten, von den Surrealisten. OLAIO erforscht nämlich die expressiven Qualitäten des angeblich Banalen unserer Alltagswirklichkeit. Dabei verbindet sich Erkenntnissuche mit der Freude am Spielerisch- Experimentellen. Und so verwundert es nicht, dass seine Performances als "konzeptuelle Spielereien" intendiert sind: es geht hier nicht um Perfektion in der musikalischen oder tänzerischen Darbietung, sondern um das Oszillieren zwischen Pathos und Lächerlichkeit, das eingefahrene Denk- und Sehmuster ins Leere laufen lässt. Ähnlich wie in der clownesquen Darstellung eines Charlie Chaplin findet eine bewusste Überschreitung von Erwartungshaltungen statt, die zur Hinterfragung ritualisierter Alltagserfahrung führt und Räume für mögliche Lebenswelten eröffnet. António OLAIOs Schaffen ist eine einzigartige Aufforderung, Rituale und Schemata zu überdenken, zu verändern oder sogar abzuschaffen. Sein wichtigstes Werkzeug ist dabei ein virtuos gehandhabter, produktiv irritierender Humor. Dies und die Vielseitigkeit seiner Ausdrucksformen machen ihn nicht nur in der portugiesischen Künstlerszene zu einem Ausnahmetalent, das absolut Kultstatus geniesst. Seit den achtziger Jahren sorgt António OLAIO mit seinen künstlerischen Darbietungen für Aufsehen und kann auf eine rege, europaweite Ausstellungstätigkeit verweisen. Wir freuen uns, Sie in der Galerie begrüßen zu dürfen und danken für Ihr Interesse! Mario Mauroner & Team

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