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Gruppenausstellung: Christoph Raitmayr - MY AMERICA / Christian Schwarzwald - SPIEL (vorbei)

24 Januar 2008 bis 23 Februar 2008
  Christian Schwarzwald
Christian Schwarzwald
o.T.
 
www.galerie-krinzinger.at Galerie Krinzinger

Galerie Krinzinger
Seilerstätte 16
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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www.galerie-krinzinger.at


CHRISTOPH RAITMAYR
MY AMERICA

Eröffnung am Donnerstag, 24. Jänner um 17 Uhr im Rahmen des Galerienrundgangs.
Christoph Raitmayr ist anwesend.
Ausstellungsdauer: 24. Jänner - 23. Februar 2008

In seiner aktuellen Ausstellung zeigt Christoph Raitmayr zwei neue Arbeiten: My America und Ohne Titel (beide 2007). Sie bestehen aus einer Struktur von Sockeln, auf denen kleine Siedlungen von Häusermodellen stehen wie auch aus verschiedenen applizierten Fotografien.

Schon 2001 verwendete Raitmayr in seiner Arbeit IKEA Regal als Selbstportrait ein Möbelstück, um verschiedene Gegenstände und Portraits zu ordnen und untereinander in Beziehung zu setzen. Es sind nicht nur Portraits von Familienmitgliedern, sondern auch Architekturzitate, die als Referenzen für seine eigenen Einflüsse im Regal abgestellt sind. Bei From Here to Childhood von 2001 ist es wieder ein IKEA-Regal, das den Rahmen für eine Arbeit mit Fotos von Baumhäusern und Sigmund Freud bildet - dieses Mal ist es das psychologische Moment des Häuserbauens, das ihn interessiert. Danach entsteht Tektonischer Verlauf (2002), bei dem Raitmayr zum ersten Mal ein System von Sockeln schafft, auf denen Modelle von Häusern und Möbeln stehen, wie auch Fotos von Landschaften und Städten angebracht sind, die miteinander über kleine Leitern verbunden sind. Dieser Arbeit ähnlich ist Nachbarschaft, ebenfalls aus dem Jahr 2002, das wieder durch Sockel strukturiert wurde, aber nur noch Modelle von Häusern sowie applizierte Landschafts- und Architekturfotografie beinhaltet. Die Vorbilder der Modelle stammen von Architekten wie Gerrit Rietveld oder Ernst Plischke und in ihrer Anordnung skizziert Raitmayr die Querverbindungen zwischen den Bauten über das Vehikel eines Dorfes. Den soziologischen Aspekt einer Siedlung verstärkt der Künstler dann bei Timeline (2006): Die Häuser sind anonymisiert, keine Ikonen der Architektur mehr - und es sind wieder Portraits, die appliziert wurden und die Arbeit bestimmen. Raitmayr geht es nach eigenen Worten um Veränderungen im Leben, die er über die Gemeinschaft eines Dorfes und deren Zusammenleben in einer häuslichen Anordnung beschreibt. Es geht aber auch um Hierarchisierung und Abgrenzung zwischen den Bewohnern, die sich in den unterschiedlichen Niveaus der Sockel widerspiegelt.
Bei seinen zwei neuen Arbeiten My America und Ohne Titel sind es nun wieder Landschaftsbilder, die appliziert wurden, keine Portraits. Im Fall von Ohne Titel sind es Bilder, die der niederländische Landschaftsmaler Meindert Hobbema (1638-1709) gemalt hat, die einen starken Kontrast zu den Gerrit-Rietveld-Häusern davor bilden. Bei My America hingegen sind die applizierten Bilder Fremdenführern entnommen und sie passen zu den davor platzierten prototypischen US-Häuschen. Zwei Utopien treffen aufeinander: die Illusion einer amerikanischen Idealstadt und die die Natur überwindende Moderne.

Christoph Raitmayr, geboren 1977 in Innsbruck. lebt und arbeitet in Wien. Seine Arbeiten waren u. a. in folgenden Ausstellungen zu sehen: Salon de la Kakanie, Central House of Artists, Moskau, 2007; Projektraum, Kunstraum Innsbruck, 2006 (solo); Black and White, Hellenic American Union, Athen, 2006; Museum of Contemporary Art, Thessalonica, 2006; Ephemerality, Beffroi, Gent, 2006; post_modellismus, Krinzinger Projekte, Wien, 2005, Kunsthalle Bergen, 2006; Galerie Krinzinger (gemeinsam mit Zenita Komad und Angelika Krinzinger), Wien, 2006; Skulpturen Biennale, Görz, 2005; Werkstatt, Institut für Kunstgeschichte, Innsbruck, 2005; Tirol Transfer, Krinzinger Projekte, Wien, 2003, Nationalgalerie Bydgoszcs, 2003, Österreichisches Kulturinstitut, Warschau, 2004; Krinzinger Österreich, Galerie Krinzinger, Wien, 2004; Wahrscheinlichkeiten, Kunstraum Dornbirn, 2002; Family, The Aldrich Museum of Contemporary Art, Ridgefield.



CHRISTIAN SCHWARZWALD
SPIEL

Eröffnung am Donnerstag, 24. Jänner um 17 Uhr im Rahmen des Galerienrundgangs.
Christian Schwarzwald ist anwesend.
Ausstellungsdauer: 24. Jänner - 23. Februar 2008

Klettergerüste, Schaukeln, Wippen, Häuschen: All das findet man auf einem Spielplatz - und auch in der neuen Ausstellung von Christian Schwarzwald. Ebenso die Protagonisten des Spielplatzes findet man in der Schau in Form von Portraits. Nur hüpfen die nicht herum, sondern das Auge des Betrachters.
Schwarzwalds Zeichnungskonstruktionen bedienen sich nämlich nicht nur einer Form der Perspektive und irritieren das Auge dadurch. Parallelen sind tatsächlich parallel und gleichzeitig andere Geraden perspektivisch dargestellt. Perspektive an sich ist die Umsetzung einer räumlichen Illusion auf einer zweidimensionalen Fläche. Eine räumliche Illusion schafft Schwarzwald, aber keine, die unsere Augen so gewohnt sind. Man könnte von einer Bedeutungsperspektive sprechen, die der Künstler in seiner Zeichnungsinstallation einsetzt - Bedeutungsperspektive im Sinne einer Perspektive, die illusionistische Mittel reduziert um Inhaltliches zu vermitteln.

Bei Schwarzwald aber sind die gezeichneten Objekte in ihrer Dimension gleich groß wie die realen Vorbilder und da alle im Maßstab 1:1 sind, stimmen auch die Proportionen zueinander (im Gegensatz zur Verwendung der Bedeutungsperspektive im Mittelalter). Auch die räumlichen Bezüge stimmen, nur die perspektivischen Verzerrungen erscheinen eigentümlich. Die einzelnen Elemente, aus denen die Konstruktionen bestehen, verjüngen sich teilweise nicht mit der Entfernung - eine Gerade bleibt eine Gerade, ein Strich.

Der Strich ist das grundlegende Element der Zeichnung und Schwarzwald verwendet ihn hier sowohl als Konstruktionselement wie auch als Zeichen für sich. Während er einerseits eine räumliche Illusion schafft, verweist er andererseits auf die Zweidimensionalität der Zeichnung, auf ihre Konstruiertheit als Summe von Strichen. Er fängt den Blick des Betrachters, nimmt ihn in einen Schwitzkasten zwischen Linie und Körper, zwischen perspektivischer und schematischer Abbildung, und entwickelt eine Bedeutungsperspektive, die zwischen dem Abgebildeten und dem Abbilden an sich vermittelt.
Wo der Künstler im Kleinen Striche aneinandersetzt um Dreidimensionalität zu simulieren, arrangiert er im Großen einzelne Zeichnungen zu Installationen. Die Installationshaftigkeit seiner Ausstellung wird durch den Maßstab verstärkt. Die Zeichnungen treten durch ihre Größe und Platzierung in eine Beziehung zum Körper des Betrachters, die Illusion einer Funktionalität wird verstärkt. Eine weitere Verstärkung der Räumlichkeit wird erreicht durch ein Davor und Dahinter, das Schwarzwald suggerriert, wenn er Zeichnungen über andere Zeichnungen hängt.

Ein Aneinandersetzen von Bausteinen also, das der Künstler hier betreibt - ein Spiel. Als »eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins' als das ‚gewöhnliche Leben',« definiert Johan Huizinga in Homo Ludens das Spiel. Für Schwarzwald hat das Spiel auch Regeln, die durch die Mittel der Zeichnung und durch den Raum begrenzt werden. Spiel ist bei ihm eine Parallelimitation, eine Simulation von Welt, eine Versuchsanordnung, die der Betrachter genauso dual sehen kann wie die Inhalte der Schau: als Begrifflichkeit oder als Aufforderung zu spielen.

Christian Schwarzwald, geboren 1971 in Salzburg, lebt und arbeitet in Berlin. Er ist Zeichner und verhandelt sein vorwiegendes Medium im Raum, in Installationen, die er mit seinen Zeichnungen bildet. Zu sehen waren Einzelausstellungen u. a. bei: Derek Eller Gallery, New York (A Bird in the Hand, 2007 / Antechamber, 2004), Nina Menocal Gallery, Mexico City (Golden Cage, 2007), Galerie Eva Winkeler, Frankfurt (R wie Räuber, 2005), Strabag Kunstforum, Wien (Die Stummen, die Tauben, die Blinden, 2005)

CHRISTOPH RAITMAYR - MY AMERICA / CHRISTIAN SCHWARZWALD - SPIEL als pdf-Datei 39,6 KB

Galerie Krinzinger, Wien (Nachbarn, 2005 / Halbe Höhe, 2003 / Geisterbahn, 2000).
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