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Gruppenausstellung: Edge of Arabia: Contemporary Art from Saudi Arabia (vorbei)

22 Juni 2012 bis 7 Juli 2012
  Edge of Arabia: Contemporary Art from Saudi Arabia
 
www.galerie-krinzinger.at Galerie Krinzinger

Galerie Krinzinger
Seilerstätte 16
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-(0)1 - 513 30 06
www.galerie-krinzinger.at


Mit Hala Ali, Abdulnasser Gharem, Maha Malluh, Ahmet Mater und Saeed Salem präsentiert die Galerie Krinzinger zum ersten Mal in Wien fünf VertreterInnen aus der aktuellen Kunstszene aus Saudi Arabien. Im Rahmen der Eröffnung wird auch die erst kürzlich erschienene Publikation Edge of Arabia: Contemporary Art from the Kingdom of Saudi Arabia, vorgestellt.

Eröffnung mit Buchpräsentation und Donnerstag, 21. Juni 2012, 19 Uhr
Performance der Sprachkünstlerin Hala Ali

Mit dem Beginn der Revolutionen im arabischen Raum ist auch Saudi Arabien immer stärker in das Blickfeld internationaler Politik gerückt. Das Land gilt als einer der am strengsten nach den religiösen Regeln des Islam geführten Staaten und als Zentrum des weltweiten Islamismus. Gleichzeitig haben die gigantischen Einnahmen aus dem Export von Erdöl - Saudia Arabien exportiert rund 25% der Weltförderung - eine bemerkenswerte technologische und wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht.

Vor dem Hintergrund dieser Gegensätze hat sich in den letzten Jahren eine junge, aber in ihrer starken Formensprache höchst interessante Kunstszene gebildet, die bisher noch kaum in der internationalen Kunstwelt wahrgenommen wurde. Das Projekt "Edge of Arabia" wurde im Jahr 2008 gegründet und hat seitdem eine Reihe dieser KünstlerInnen in unterschiedlichen Zusammensetzungen in Ausstellungen in Ryadh, Berlin, Istanbul, Dubai und zwei Mal auf der Biennale von Venedig präsentiert.

"Wie schon mit den Ausstellungen von Sudarshan Shetty und weiteren jungen KünstlerInnen der indischen Kunstszene 2008, übernimmt die Galerie Krinzinger wieder eine Vorreiterrolle bei der erstmaligen Präsentation von KünstlerInnen einer aufstrebenden aber in Wien noch weitgehend unbekannten Kunstszene. Nach meinem ersten Kontakt mit den KünstlerInnen während der Art Dubai 2012 fasste ich den Entschluss, eine Ausstellung mit fünf VertreterInnen der aktuellen Kunstszene Saudi Arabiens in Wien zu zeigen. Es freut mich außerordentlich, dass es gelungen ist, dieses Projekt so rasch umzusetzen und die soeben erschienene Publikation ebenfalls in Wien vorzustellen", so Galeristin Ursula Krinzinger zur Ausstellung. "Ich hoffe, dass dieses Projekt auch zur Information einer breiteren Öffentlichkeit über die Kunstszene des Mittleren Ostens beitragen kann. Die Galerie will auf jeden Fall auch in Zukunft mit KünstlerInnen Saudi Arabiens im Galerieprogramm arbeiten."

EDGE OF ARABIA
DIE KÜNSTLERINNEN

HALA ALI
Durch die Verwendung verschiedenster Medien wie Schablonen, Prints, Fotografie, Klebebänder, Karton und Sprühfarbe in imposanten, großen Wandarbeiten, untersucht Hala Ali in ihren Werken die Konzepte der kontextuellen Bedeutung sowie die traditionelle Vorstellung von abstrakten Begriffen wie Text und Bild. Hala Ali schafft typographische Bilder unter harmonischer Verwendung von Sprache und Text, die vorgefasste Meinungen in Frage stellen. Hala Ali wurde in Saudi-Arabien geboren und studierte in Großbritannien.
Anschließend kehrte sie in die Vereinigten Arabischen Emirate zurück und besucht derzeit das Fine Arts Programm der University of Sharjah. Alis einfache und argumentative Arbeiten beziehen sich auf die Ideen von weiblicher Unsichtbarkeit, Militanz und gesellschaftlichen Dogmen.

ABDULNASSER GHAREM
Abdulnasser Gharem, dessen künstlerische Arbeiten bereits mehrmals in Europa, den Golfstaaten und den USA zu sehen waren, ist für seine Verwendung von Stempeln der österreichischen Firma Trodat bekannt. Verwendet als Medium für seine Bilder, symbolisieren die kleinen Stempel die Bürokratie, Kontrolle und Autorität, mit der er selbst und seine Zeitgenossen jeden Tag in Saudi-Arabien zu kämpfen haben. "Die Firma Trodat produziert die Objekte von Autorität und Bürokratie, die mein Land beeinflussen. Nun zeige ich diese Stempel innerhalb meiner Werke und präsentiere sie dem Publikum in dem Land, das sie gemacht hat." Die ‚bürokratischen Prozesse' des Fortschritts, welche nach 9/11 explodiert sind, schaden unserer Gesellschaft. Nun versuche ich Kunst zu nutzen, um diese Objekte freizugeben und damit den wahren Weg des Fortschritts zurückzufordern.
Dies ist meine Mission", so Abdulnasser Gharem. Abdulnasser Gharem wurde 1973 in der saudi-arabischen Stadt Khamis Mushait geboren, wo er heute lebt und arbeitet. Nach seinem Abschluss an der King Abdulaziz Akademie 1992 studierte er anschließend am Leader-Institut in Riad und 2003 am renommierten Al-Meftaha Arts Village in Abha. 2004 veranstaltete Gharem gemeinsam mit den Al-Meftaha Künstlern eine Gruppenausstellung mit dem Titel Shattah, die die bestehenden Formen der künstlerischen Praxis in Saudi-Arabien in Frage stellt. Seitdem realisierte Gharem Ausstellungen in Europa, den Golfstaaten und den USA, unter anderem im Martin-Gropius-Bau in Berlin und bei den Biennalen in Venedig, Sharjah und Berlin. Vor kurzem schrieb Gharem Geschichte, als seine Installation Message/Messenger für einen Weltrekordpreis bei einer Auktion in Dubai verkauft wurde. Somit zählen mittlerweile Abdulnasser Gharems Werke zu den teuersten auf dem Kunstmarkt im Golfgebiet. Gharem spendete den Erlös aus diesem Verkauf an "Edge of Arabia", um Kunsterziehung in seiner Heimat zu fördern. Seine erste Monographie Abdulnasser Gharem: Art of Survival wurde in London im Oktober 2011 veröffentlicht.

MAHA MALLUH
Maha Malluh verbrachte lange Zeit ihres Lebens in Riad und stellt seit 1979 in internationalen Gruppen- und Einzelausstellungen aus. Nach ihrem BA-Abschluss in Englischer Literatur an der Riad King Saud University im Jahr 1993 erhielt sie 2000 ein Zertifikat in Design und Fotografie am De Anza College in Kalifornien. Maha Malluh nutzt symbolische und reale Bilder in ihrem Werk, das mit Collagen begann und sich zu Fotogrammen entwickelte, um ihre Meinung über das Leben in Saudi-Arabien zum Ausdruck zu bringen.

AHMET MATER
Ahmet Mater wurde 1979 in Abha geboren, und gilt heute als einer der einflussreichsten Künstler des saudi-arabischen Raumes. Darüber hinaus ist er, wie er selbst sagt, ein Mann mit vielen Gesichtern. Neben seiner künstlerischen Profession ist Mater auch qualifizierter Allgemeinmediziner, Landschaftsfotograf und das Gesicht eines der größten regionalen Mobilfunkunternehmen. Geboren und aufgewachsen in Abha, der Hauptstadt von Aseer (eine Region im Süden von Saudi-Arabien), bleibt Mater mit Aseeris lokaler Identität verwurzelt. Als Mitglied des führenden jungen Künstlerkollektivs "Ibn Aseer" (Sohn von Aseer), ist Ahmet Mater auch integraler Bestandteil der jüngsten Geschichte vom "Abha Miftaha Arts Village", Teil des King Fahad Cultural Centres. Maters Arbeit war bereits im Nahen Osten und in Europa in verschiedenen Ausstellungen präsent und ist in den Sammlungen des British Museum und des Los Angeles County Museum of Art vertreten. Seine Ausbildung und das Leben als Arzt, sowie seine traditionelle religiöse Erziehung in der saudischen Kultur, beeinflussen ihn stark. Sein Werk, das Fotografie, Kalligraphie, Malerei, Installation und Video umfasst, behandelt sowohl das Narrative als auch die Ästhetik der islamischen Kultur im Zeitalter der Globalisierung, des Konsumdenkens und des dramatischen Wandels. Eine Monographie über Ahmed Maters Leben und Werk wurde international von Booth-Clibborn Editions im Jahr 2010 veröffentlicht.

SAEED SALEM
Geboren 1984 in Jeddah, ist Salem jemenitischer Herkunft. Nach einem Studienabschluss in Werbung an der Limkokwing Universität in Malaysia 2006, absolvierte er 2007 ein Marketing-Studium an der Curtin University, Perth, Australien. Nachdem er in mehreren etablierten Fotografie- und Designstudios arbeitete, gründete Salem 2009 sein eigenes Fotostudio "181 Degrees". Seine erste große Arbeit zeitgenössischer Kunst Neonland - eine Serie von ikonischen Bildern, die die Essenz der kosmopolitischen Stadt Jeddah festhalten - präsentierte Saeed Salem in der Ausstellung We Need to Talk, organisiert von der Kunstinitiative "Edge of Arabia" in Jeddah.

BUCHPRÄSENTATION
EDGE OF ARABIA: CONTEMPORARY ART FROM THE KINGDOM OF SAUDI ARABIA
Die reich illustrierte Publikation untersucht die außergewöhnliche zeitgenössische Kunst und Kultur des Königreichs Saudi-Arabien. Mit Beiträgen von Kunsthistorikern, Kuratoren, Galeristen, Sammlern und Mäzenen, zeigt das Buch eine Gruppe von bahnbrechenden und noch relativ unbekannten Künstlern der islamischen Welt. Neben den künstlerischen Arbeiten dokumentiert das Buch auch Ausstellungen der Kunstinitiative "Edge of Arabia" in London, Venedig, Berlin, Istanbul, Dubai und Jeddah, sowie den Anstoß zur diesjährigen "Heimkehr" nach Saudi-Arabien.
Edge of Arabia: Contemporary Art from the Kingdom of Saudi Arabia, wird von Booth-Clibborn Editions international publiziert. Andere Kataloge dieser Serie sind Ahmed Mater (2010) und Abdulnasser Gharem: Art of Survival (2011).

KUNSTINITIATIVE
EDGE OF ARABIA
"Edge of Arabia" ist eine unabhängige Kunstinitiative, deren Ziel die Anerkennung der zeitgenössischen arabischen Kunst und Kultur mit besonderem Fokus auf Saudi-Arabien ist. Als ein soziales Unternehmen versucht "Edge of Arabia", neue Zielgruppen zu erreichen und zu besserem Verständnis zu führen - durch Tourneen, nicht-kommerzielle und kostenlose Ausstellungen, durch Publikationen und Bildungsprogramme für Schulen und Universitäten. Nach dem Start in London 2008, fanden Präsentationen in Riad, Berlin, Istanbul, Dubai, Venedig und zuletzt in Jeddah statt, wo die bisher größte Ausstellung saudi-arabischer Kunst im Königreich gezeigt wurde. Im Jahr 2012 geht "Edge of Arabia" nach London und Beirut, 2013 ist eine Ausstellungstour durch die USA geplant.

www.edgeofarabia.com

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