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Einzelausstellung: ERRO - Marilyn and her friends (vorbei)

27 September 2003 bis 22 Oktober 2003
  ERRO - Marilyn and her friends
ERRO, Icecreme for Mao, Öl auf Leinwand, 2001-2002
 
www.hilger.at Hilger modern

Hilger modern
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1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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Galerie Ernst Hilger: Erró – Marilyn and her Friends Errós Bilder- und Zeichenwelt ist seit jeher von kontroversiellen Gegensätzen geprägt. So war der als Gudmundur Gudmundsson in Island geborene Pop Art-Künstler gerade in den 1960er Jahren – der Zeit entsprechend – besonders gesellschaftskritisch: 1968 ließ er beispielsweise in seiner Bildfolge "American Intérieur" die Feinde der Vereinigten Staaten, die Vietcong, in biedere amerikanische Wohnwelten eindringen. Die Gegenüberstellung und Zusammenführung von bildnerischen Klischees hebt deren Klischeewert nicht auf, macht ihn jedoch dem Betrachter stärker bewusst. Dieser – auch politisch motivierte – Bewusstmachungsprozess ist die Folge von scheinbar absurden Zusammenführungen, welche zum Markenzeichen der Kunst Errós geworden sind. In der Zwischenzeit sind einige Jahrzehnte vergangen, der Modus ist derselbe geblieben. Zwischen 2001 und 2003 entsteht der malerische Zyklus "Marilyn and her friends", dem die aktuelle Ausstellung gewidmet ist. Marilyn und ihre Freunde treffen in diesem Bildreigen brutal, humorvoll, aber auch elegant aufeinander und konterkarieren oder enthüllen unseren Blick auf "die"‚ Ikone der Pop Art. Bei Erró entgeht selbst sie nicht den Trivialisierungen des Konsumalltags und nimmt sich dadurch in ihren Darstellungen mehr Freiheiten heraus. Daneben finden sich als Begleiter – ihre Freunde – all die Figuren, die der Subkaste der Popkultur angehören, nämlich der Welt des Comics und des Zeichentrickfilms. In "Icecream for Mao" treffen zum Beispiel Mao Tse Tung und seine BegleiterInnen auf Marilyn. Mao hält hierbei Weizenähren in seinen Händen, Marilyn hingegen verspricht dem Betrachter Schokoladeeis und andere Leckereien. Die beiden Bildprogramme versprechen dem Betrachter Genuss – oder etwas frugaler Brot – und entblößen die Ähnlichkeit kapitalistischer und kommunistischer Ikonologien auf frappierende Weise. In "I hate cute" wiederum schlägt Marilyn martialisch zurück und befreit sich von ihrem bildlich geladenem Ballast: Ein comichafter Scherge und Trophäensammler hat von den Schlümpfen über Miss Piggy bis hin zu Kermit und Jahoda alle Sympathieträger der Fernsehgeschichte erledigt und Marilyn scheint das zu freuen. Sie wird sich – wahrscheinlich das erste und einzige Mal – in bildlicher Form ihrer selbst bewusst, und holt das nach, was sie zu Lebzeiten verabsäumt hat.

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