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Ausstellungsort:
Museum für Ostasiatische Kunst –
Staatliche Museen zu Berlin
Nach der Präsentation von Werken Nam June Paiks (geb. 1932) zeigt das Museum für Ostasiatische Kunst mit den Installationen von Ik-Joong Kang zum zweiten Mal Arbeiten eines zeitgenössischen koreanischen Künstlers. Der 1960 in Cheong Ju, Korea, geborene und seit 1984 in New York lebende Künstler verweist auf zahlreiche Ausstellungen in Museen und Galerien zwischen Seoul, Tokio und San Francisco und wurde mehrfach mit Stipendien und Preisen, u. a. einer Besonderen Erwähnung der Biennale in Venedig, geehrt. In Berlin wurde der Künstler erstmals 1998 im Haus der Kulturen der Welt in der Ausstellung ‚ Im Jahr des Tigers: Korea’, in Deutschland u.a. vom Ludwig Forum für internationale Kunst Aachen und dem Museum Ludwig Köln (KunstWelten im Dialog; 1999/2000) präsentiert.
Sein Markenzeichen sind kleine Gemälde und Materialbilder im Format von 3 x 3 Inch (ca. 7,5 x 7,5 cm), die er zu Bilderfolgen und Installationen zusammenfügt. Aus pragmatischen Gründen in Studententagen erschaffen – das kleine Format passt gleichermaßen in Handfläche und Hosentasche und kann überall bearbeitet werden – wurden die Bilder zu Modulen, die in immer neuer Zusammensetzung jeweils andere Bedeutungen transportieren. Ähnlich Tagebuchaufzeichnungen spiegeln sie Gedanken und Phantasien, alltägliche Erlebnisse und Beobachtungen oder reflektieren philosophische und profane Überlegungen. Zentrales Werk der Ausstellung ist die beziehungsreiche Installation „Cologne Pagoda“, die in Reaktion auf den Anschlag auf das World Trade Center entstand. Zusammengesetzt aus 1500 Kunstharzkuben, die Andenken und Fundstücke aus Korea einschließen und gleichzeitig mit einer amerikanischen Interpretation der Auseinandersetzungen zwischen Nord- und Südkorea beschriftet sind, gemahnt die unvollendete Pagode an die bestehenden Konflikte in der Region. Ein Grenzgänger zwischen den Kulturen, bemalt Ik-Joong Kang sein in das Werk integriertes skulpturales Selbstporträt in einer Weise, die amerikanische Pop-Art ebenso assoziiert wie koreanische Traditionen. Neben der Figur liegt die Skulptur eines Koffers, den er während der Evakuierung des New Yorker UNO-Gebäudes am 11. September 2001 bei sich trug. Am 11. September hielt sich der Künstler nicht zufällig im "UN-Building" auf, sollte er an diesem Tag doch seine Installation "Amazed World" im Beisein des UNO-Generalsekretärs Kofi Annan in der Lobby des Gebäudes und in Vorbereitung der damals geplanten "Weltkinder-Konferenz" eröffnen.
Für die Arbeit "Amazed World" hatte der Künstler mit Unterstützung der UNESCO und zahlloser internationaler Organisationen 45000 Zeichnungen auf seinem 3 x 3 Inch-Format von Kindern aus 125 Ländern gesammelt.
Ik-Joong Kang nimmt die Ausstellung im Museum für Ostasiatische Kunst zum Anlass, Berliner Kinder einzuladen, sich mit ihren Zeichnungen am Projekt "Amazed World" zu beteiligen. Die im Museum gesammelten Zeichnungen sollen im September 2002 in Berlin gemeinsam mit Zeichnungen aus der New Yorker Arbeit installiert werden.
Die Ausstellung wird veranstaltet in Kooperation mit der PRÜSS & OCHS GALLERY (former Asian Fine Arts), Berlin.
MUSEUM FÜR OSTASIATISCHE KUNST
Museen Dahlem
Kunst und Kulturen der Welt
Lansstraße 8, 14195 Berlin
Di-Fr 10-18 Uhr Sa, So 11-18 Uhr
Eintritt: Euro 6,--/erm. 3,-- |