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Einzelausstellung: Jan Fabre - Schillernder Tod (vorbei)

24 Juli 2004 bis 15 September 2004
  Jan Fabre - Schillernder Tod
Jan Fabre, Still life with Artist, 2004, Jewel beetle wings on wood and peacock, 138 x 370 x 165 cm
 
www.galerie-mam.com MAM Mario Mauroner Contemporary Art

MAM Mario Mauroner Contemporary Art
Weihburggasse 26
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-1-904 2004
www.galerie-mam.com


Jan Fabre in der Galerie Academia: tierische Symbole und eine Vorliebe für Käfer (bis 15. September)

Von Julia Well

Ein ausgestopfter Pfau streckt seine Flügel und Federn von sich. Sein Rumpf ist schillernd und farbenprächtig, schön und edel wie das Tier selbst. Der Rumpf aber hat die Gestalt eines Sarges, lebensgroß, der Pfau ist in seiner Ganzheit zerstückelt in Kopf, Flügel und Schwanzfedern und trägt seinen Körper, den Sarg. Das Werk hat den Titel "Selbstportrait". Unheimlich, befremdend, anziehend.

Bereits vor zwei Jahren hat die Galerie Academie dem flämischen Virtuosen und Meister verschiedenster künstlerischer Disziplinen eine Ausstellung gewidmet. Jan Fabre, international bekannter Choreograph, Schriftsteller, Videokünstler, Regisseur und Bühnendesigner, zeigt in der Ausstellung "Messengers of the death" seine Werke als bildender Künstler.

Die Rückkoppelung auf die historische flämische Malerei (Bosch, Bruegel), vermischt mit einem Kreuzzug der gängigen Marken des 20. Jahrhunderts, das Prinzip der Metamorphose und der Tod als anderer Zustand des Seins in Form einer positiven Lebensentwicklung, die ihn in seinem künstlerischen Schaffen begleiten, sind auch in dieser Ausstellung wiederzufinden. Ein weiteres Prinzip in seiner Arbeit ist das Verwenden mindestens eines "armen", nicht repräsentativen Materials. Gemeint sind damit die Chitinpanzer von Insekten, zumeist von Juwelenkäfern oder anderen Käfern, die als Abfallprodukt gelten. Die Vorliebe für Insekten und vor allem Käfer hat zweierlei Ursache: einerseits ist Jan Fabre der Urenkel des weltberühmten Insektenforschers Jean Henri Fabre, der von Insekten wegen ihrer hohen Anpassungsfähigkeit und annähernder Unzerstörbarkeit, die der Mensch nie und nimmer erreicht, fasziniert war. Andererseits bezieht er sich auf die griechische Mythologie, den Scarabeus, Sinnbild des Botenträger vom Leben zum Tod und gleichzeitig Sinn gebend für den Titel der Ausstellung.

Die "gloves of death", Handschuhe einer baskischen und aztekischen Sportart, tragen statt dem Ball einen mit Chitinpanzern umhüllten Totenkopf. Im Keller der Galerie im Residenzgebäude steht "My new laboratory" in Form eines Zeltes, der einstige Ort für Kunst und Untersuchungen in den frühen Jahren des Künstlers.

Vor etwa zwanzig Jahren, als Vierundzwanzigjähriger, wurde Jan Fabre in Venedig entdeckt und gefördert. Vor zwei Jahren bekam er als einer der wenigen zeitgenössischen Künstler vom belgischen Königshaus den Auftrag die Decke des Palais zu verzieren ("Heaven of delight"): 1,8 Millionen grün, blau und rot schimmernde Panzer des Juwelenkäfers wurden mit zusammen mit Fabres Team verarbeitet.

Der Pfau mit dem Sarg, das Selbstportrait, ist der erste Teil einer Trilogie an Objekten, von denen die anderen zwei im zweiten Teil der Ausstellung im Galeriegebäude am Ignaz-Rieder-Kai 9 zu betrachten sind. Die Gans und die Ente mit ihren grünen, kastenförmigen Körpern tragen den Namen "Stupidity carries the death". Der beflügelte Tod als Fortbewegungsmittel in eine bessere Existenz. Der Pfau als wohlgesehen in der Gesellschaft, schön, prunkvoll; so sieht sich Fabre selbst als Künstler mit allen Vorzügen aber auch Nachteilen. Die Gans als Symbol für das Bürgertum und die Ente als Sinnbild für das Bäuerliche. Eine Hierarchie der Tiere und der Gesellschaft, ein symbolisches Zusammenspiel, das viele Interpretationsmöglichkeiten offen lässt.

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