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Einzelausstellung: Liu Anping - "FilmStills" - Malerei (vorbei)

6 Mai 2000 bis 3 Juni 2000
  Liu Anping -
 
www.alexanderochs-galleries.com ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING

ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING
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10969 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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Der 1964 in Sanyuan/China geborene Kuenstler Liu Anping reuessierte in seiner 'Heimat' sehr frueh mit politisch begruendeten Performances, 1989 sass er fuer ein Jahr im Gefaengnis. Der Konzept- und Performancekuenstler uebersiedelte 1995 nach Berlin und stellt sich nunmehr das erste Mal als Maler vor.

'Filmstills und Nachrichtenbilder aus dem Fernsehen dienen Liu Anping als Rohmaterial. Mit dem er verschiedene malerische Moeglichkeiten durchspielt. Die Motive treten teils in starken Hell-Dunkel-Kontrasten deutlich hervor, teils werden sie zu leinwandfuellenden Flaechen aufgeblasen, teils auch fragmentiert, halbiert, partiell oder ganz uebermalt. Dabei geht von den formalen Vorgaben der Bilder aus. Die stark formalisierte sozialistische Rhetorik der Filme von Sergej Eisenstein ('Panzerkreuzer Potemkin', 'Oktober') nimmt er zum Anlass, auf den akademischen Realismus sowjetischer Praegung zurueckzugreifen, der an chinesischen Kunsthochschulen bis heute gelehrt wird. Die Filmbilder wie der sowjetische Realismus werden jedoch lediglich zitiert; da Liu Anping die Bilder sehr rasch ausfuehrt, mit Auslassungen und Übermalungen arbeitet, verlieren sie ihren urspruenglichen narrativen Charakter geben aber Grundstruktur der Komposition und Pinselduktus vor. Der politische Gehalt der Filmbilder wird so auf die malerische Qualitaet uebertragen.

In Lius Bearbeitung historischer Dokumentarfilme loesen sich deren Bilder in helle und dunkle Flaechen auf; diese sind durch fluessige Pinselstriche verbunden, deren leichte Spannung die Bildflaeche dominiert.

Liu Anping prueft verschiedene Bilder, Bildtypen und Charaktere auf ihre (malerische) Leinwandtauglichkeit. Taugen sie nicht dazu, weiterentwickelt oder ueberarbeitet zu werden, werden sie von der Bildflaeche geloescht. So verschwindet ein CNN-Reporter hinter einer hellen Flaeche, weil Liu sein Abbild zu Gunsten von dieser verwarf.

Einen Kontrapunkt hierzu bilden die Arbeiten 'gespritzter Tusche', die einem Anschlag auf die weisse Leinwand gleichkommen. Durch ihn werden mit Handbewegungen alle Fragen der Technik und Komposition geloest. Der Begriff 'gespritzte Tusche' stammt aus der traditionellen chinesischen Malerei und bezeichnet einen spontanen, bis weilen wilden Malstil, bei dem die Landschaft aus Tusche Klecksen und -spritzern herausgearbeitet werden. Liu Anping bezieht sich jedoch nicht auf diese klassischen Vorbilder, sondern auf Farbbeutel Anschlaege auf Kinoleinwaende. Mit diesem Motiv beschaeftigte er sich bereits seit mehreren Jahren in Bild und Tat. So ueberzog er fuer seine 'Correct Action' 1994 anlaesslich der Vorfuehrung seines Videos 'Good Morning Beijing' den Kinosaal mitsamt der darin versammelten Pekinger Kunstszene und sich selbst mit Tuschespritzern.'

Berlin. Debut!

Mit der Ausstellung 'Liu Anping - Filmstills' eroeffnet ASIAN FINE ARTS die Reihe BERLIN. DEBUT! Die Galerie gibt drei jungen in Berlin lebenden, respective fuer Berlin 'neuen' Kuenstlern bis zum Juli 2000 die Moeglichkeit einer Solo-Praesentation. Nach Liu Anping folgen die japanische Fotografin, Performance-Kuenstlerin, Musikerin und Komponistin HANAYO und der chinesische Maler Ling Jian.

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