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Gruppenausstellung: Summerstage 2000 - Skulpturengarten 1. Teil FIGUR (vorbei)

23 Mai 2000 bis 24 Juli 2000
  Summerstage 2000 - Skulpturengarten 1. Teil FIGUR
Alfred Hrdlicka, Haarmann 1967/68,
Bronze nach Marmor, 216x35x41cm,
Al 6+3
 
www.hilger.at Hilger modern

Hilger modern
Dorotheergasse 5
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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www.hilger.at


Die traditionelle Formensprache in der Bildhauerei

... Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Westkunst die Mittel heiliggesprochen, im Sozialistischen Realismus der Zweck. Die Form-Inhalt-Diskussion war im Schwange, so als gäbe es ein Entweder-Oder. Mein gelegentlicher Kommentar, sinngemäß: "So lieb ist der liebe Gott wiederum auch nicht, daß er den, der auf Inhalt verzichtet, mit der Fähigkeit ausstattet, gute Form zu produzieren, und den Inhaltbesessenen zu bildnerischem Unvermögen verdammt." Dem Zölibatär der abstrakten Kunst war es streng untersagt, mit Inhalten zu verkehren. Wer sich an dieses Keuschheitsgelübde hielt, konnte mit der Gnade rechnen, von den Blockwarten, den Grashütern und Erzengeln des Kunstbetriebs wohlinterpretiert zu werden und somit Einlaß in die himmlischen Gefilde der Westkunst, der Kunst des freien Westens, zu finden. Etwas profaner gesagt: Wie drüben, so war auch hüben ein Lippenbekenntnis zum ästhetischen Konformismus beste Voraussetzung für ein politisches Leumundszeugnis, und daß Kunst Mittel zum Zweck, trifft auf beide
Lager zu, gesellschaftspolitisch wie auch im Dienst der eigenen Karriere.

Mir war diese Form-Inhalt-Diskussion immer verdächtig, da doch der Künstler wie der Interpret stets etwas bezweckt und demgemäß die Mittel einsetzt. Form - Inhalt war mir zu sehr auf das Kunstprodukt beschränkt, so als würde der Hersteller ohne jede gesellschaftliche Bezugnahme produzieren und der Interpret wertfrei urteilen. In bezug auf die eigenen künstlerische Tätigkeit und den bildnerischen Lernprozeß kann ich nur Nestroy zitieren: "Wer ist stärker - i oder i?", der das natürlich in ganz anderem Zusammenhang gesagt hat. So komisch das auch klingen mag, der Ausspruch beschreibt genau das Problem: Die Frage nach der jeweiligen Gewichtung der bildnerischen Mittel und der damit bezweckten Aussage. Plakativ habe ich mich nach meiner Entscheidung, die Malerei zugunsten der Bildhauerei eine Zeitlang aufzugeben, als gescheiterten Maler bezeichnet, was aber natürlich noch lange nicht heißt, daß ich in der Bildhauerei das erreicht habe, was ich mir vorgestellt habe. ... (Alfred Hrdlicka)

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