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Auf ihrer Suche nach einer eigenständigen Position löst sich Esther-Judith Hinz immer stärker von den Orten ihrer Vergangenheit, ihre Fotografien werden zum Erleben in der Gegenwart. Sie seziert in ihrer Serie das Gefühl der eigenen Herkunft in einzelne Bestandsteile – Landschaften, Menschen, Stillleben. Die Orte und Porträtierten bleiben unbenannt und definitionslos, so dass neue Verknüpfungen und Beziehungen frei erstellt werden können. Der Betrachter kann quasi die Heimatbilder von Esther-Judith Hinz adaptieren. In diesem Prozess verliert Heimat den Nimbus des Selbstverständlichen, statdessen muss sie immer wieder neu entdeckt und definiert werden.
Auch formal spiegeln die Fotografien von Esther-Judith Hinz den Inhalt – sie sind bewusst unscharf, fokussieren einzelne Details und betonen so eine zeitliche Enthobenheit. So wird deutlich, dass nicht konkrete Alltagssituationen dokumentiert werden, sondern flüchtige Sinneseindrücke. Oft wählt Esther-Judith Hinz mit ihrer Kamera die tiefe Perspektive eines Kindes und inszeniert Blicke der Kindheit nach. Mit dieser Technik wird deutlich, dass viele konkrete Orte, Menschen und Situationen mit Gefühlen und vor allem Erinnerungsbildern überlagert sind. |