Sympathie oder Antipathie? Spiegel der Psyche oder reine Oberfläche? Das fotografische Einzelporträt ist mehr als nur das Abbild des menschlichen Antlitzes und seiner Gefühlsregungen. Es repräsentiert immer eine bestimmte Identität zu einem speziellen Zeitpunkt – und zeigt vor allem die Art und Weise, wie die fotografierte Person selbst gesehen werden möchte. So ist das Format des Bildes oft interessanter und aussagekräftiger als der Porträtierte selbst. Wie wird Identität fotografisch konstruiert - und zu welchem Zweck? Was sind die bewussten, was die subtilen Aussagen eines Porträts? In welchem gesellschaftlichen Kontext wird Identität publiziert und transformiert? Wann wird ein Porträt überhaupt als wichtig angesehen? In seinem Werk untersucht der niederländische Fotograf Willem Popelier den visuellen Subtext von Bildern und macht den privaten und öffentlichen Umgang mit fotografischen Porträts sichtbar. In seinen Arbeiten hinterfragt er spielerisch und feinsinnig unsere Sehgewohnheiten, lotet die Grenzen des Erfassbaren in der Identitätsfotografie aus und deckt die visuellen Mechanismen der Medien auf.
C/O Berlin zeigt fünf ausgewählte Serien aus seinem Gesamtwerk.:
This is me & This is me, Rejected Identities, Osama Papers, Obscured Classified Document, Your Weekly Address |