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Einzelausstellung: zensiert von Matten Vogel (vorbei)

25 September 2003 bis 7 Dezember 2003
  zensiert von Matten Vogel
 
  Kuckei + Kuckei

Kuckei + Kuckei
Linienstraße (backyard) 158
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30-883 43 54
www.kuckei-kuckei.de


Kunst und Zensur – scheinbar ein Widerspruch. Nicht so für Matten Vogel. Der Berliner Künstler beschäftigt sich mit der Macht der Kontrolle und präsentiert Zensur als künstlerische Tat, als Bild.
Vogel ist sich bewusst, dass Zensur seit jeher der Versuch des Menschen ist, bestehende Ordnungen zu schützen, in dem sie das, was sich jenseits des Bekannten orientiert, es in Frage stellt oder irgendwie bedroht, kontrolliert oder einschränkt.
So bedeutet Zensur also das Gegenteil von Freiheit, heißt Repression und Unterdrückung durch hierarchisch höher gestellte Kontrollinstanzen. In jedem Fall ist Zensur eher Feind der Kunst, keinesfalls ihre Verbündete.
Matten Vogel macht das zensorische Prinzip bewusst zum Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit, wenn er Fotos aus Zeitschriften, Büchern oder Prospekten heraussucht um sie zu zensieren.
Hierbei kann ihn schon mal ein undefinierbares Bewusstsein der eigenen Macht überkommen.
Schließlich handelt es sich nicht um Zensur von außen, sondern um vom Künstler selbst vorgenommene. So wird der Künstler zur obersten Kontrollinstanz des eigenen Werkes und in dieser Funktion gleichzeitig Erschaffer von Neuem. Mit Mitteln die dem kreativen Prozess diametral entgegengesetzt scheinen, ihn normalerweise gar zu verhindern suchen.
Vogel nutzt sie sehenden Auges, um mit ihrer Hilfe auf der Basis von Vorgefundenem etwas Neues nach seinen Vorstellungen entstehen zu lassen. Das bereits Bestehende der Vorlage verliert dabei seine ursprüngliche Aussage, wird behandelt wie eine Skizze auf dem Weg zum eigentlichen Bild, ist ebenso Mittel zum Endzweck wie die Setzung des Zensur-Balkens in ihr. Zensur wird hier nicht verstanden als Beschränkung, sondern als Möglichkeit der Erweiterung. Oder besser: Das Sinnbild zensorischer Allmacht wird umgewandelt in ein Synonym für die Macht des Künstlers im offenen, kreativen Prozess.
Der Künstler als Zensor dem Bild zuliebe.

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